Jahrelang ging ich achtlos vorüber,
doch nun mach ich die Augen auf -
durchstreife staunend den Garten der Lyrik,
kommt mit, es lohnt sich - verlasst euch drauf!
(*Auszug: Im Garten der Lyrik - Anita Menger 2008)
In diesem Sinne heiße ich meine Gäste
im "Garten der Lyrik" willkommen.
Lasst euch so wie ich von der
Artenvielfalt und Farbenpracht
in diesem Garten bezaubern ...
Bitte beachten:
Das Copyright der Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!
Adergold
Es fiel ein Blatt mir ins Gebet,
septemberraubereift,
wie Adergold, das herbstumweht
Erinnerungen streift.
Ich sog die Silben wie ein Dieb
aus seiner Endlichkeit.
Mir war, als hauchte es: ´Vergib,
es ist zum Abschied Zeit.´
|
das sammeln so laß mich trinken
|
Es kriecht der Abend uns ins Haus
© Traudel Zölffel
Es kriecht der Abend uns in Haus
lass aus das Licht, ich mag die Dämmerstunde
wenn Formen sich in Schemen wiederfinden
Weichzeichner zieht in sanfter Art die Runde
Ich lieb, wenn Grün ins Fenster fällt
das Draußen mit dem Drinnen sich vereint
es schleift sich ab, was als Kanten scharf
als Linien in Gesichtern uns erscheint
Die Regentropfen klopfen leise an
geben dem Fenster feine Perlenketten
ich zieh mit meinem Finger dort entlang
als könnte ich den Zauber damit retten
Die erste Rose dieses Jahr
schenkt ihren Duft, kaum wahrnehmbar,
entfaltet sich und zeigt bereit
ihr allerschönstes Sommerkleid.
Vom Frühling angestoßen sacht,
der flüsternd Kapriolen macht,
durch sehnsuchtsvollen Traum verwirrt
hat sie sich in der Zeit geirrt.
Wenn Engel weinen
© Brigitte Haase
Tränen,die die Engel weinen,
ist Regen, der zur Erde fällt.
Selbst die Sonne kann nicht scheinen,
grau ist auch das Himmelszelt.
Sie beklagen unser Leben,
können es doch nicht versteh'n.
Warum muß es Kriege geben?
diese Welt ist doch so schön.
Doch im Kampf, um Macht und Geld,
sieht die Menschheit dieses nicht.
Kinder hungern in der Welt,
manches gute Herz zerbricht.
Kommt, wir reichen uns die Hände,
lasst die Sonne wieder scheinen.
Machen wir dem Krieg ein Ende,
dann muß auch kein Engel weinen.
Freiheit © Manuela Ina Kirchberger Gefühle mögen zerbrechlich sein, wie manche Gedanken im Wind sich neue Wege suchen, doch Liebe wirkt über all das weit hinaus und letztendlich liegt es an uns, wie wir uns selbst und die Welt dadurch erfahren mögen. |
So viele Worte Nun Dann
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Innehalten
Silke Kuba
Wenn dich der Tag mit seinen Stunden plagt,
die finstren Sorgen unerträglich sind,
wenn ein Termin den andern hetzt und jagt,
setz dich zu mir und halte ein, mein Kind.
Ich werde dir mit meinem Blätterdach
ein wenig Schatten spenden, ohne Preis.
Zieh deine Schuhe aus am kühlen Bach,
sei wieder Freund in unserm alten Kreis.
Und lausch mit uns dem herrlichen Gesang
der Lerche, die das Blau des Himmels küsst.
Vergiss die Zeit ein paar Minuten lang -
erkenne, wo du Mensch auf Erden bist.
so lang solange © Inge Wrobel 2011 solange ich nicht
das wort liebe
zulasse
so lang
findet der schmerz
keinen namen
so lange
werde ich weinen
ohne zu wissen
warum
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Traumtau
© Petra Friedel
Manchmal
am Abend
tropft Regen vom Gestern
in meine Träume
glänzt
wie Morgentau auf
dem Kissen
schleicht sich
in meinen Tag...
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Jenseits der Menschen
von Serge D.
Vielleicht wird es doch einst gelingen.
Vielleicht erst wenn keiner mehr spricht,
wenn Babylons Turmbau zerbricht,
nur Schwalben ins Schwarz sich noch schwingen.
Vielleicht schläft es doch in den Dingen,
das Lied - nur: wir hören es nicht.
Und einst greift ein Baum hoch ins Licht,
die Sonne uns wiederzubringen.
Doch angesichts dessen, wie blind
und fühllos wir heute schon sind,
durch nichts zur Vernunft mehr zu zwingen …
Wir haben das Menschsein verlernt.
Nur jenseits von uns, weit entfernt,
sind Lieder vielleicht noch zu singen.
*In Anlehnung an das Gedicht "Fadensonnen"
von Paul Celan
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Nächtens lag ich manche Stunde
Dacht: Welche Kraft und welche Macht,
Wer hält das ewge Kommen, Gehen,
Mein Herz weiß längst, es wird ihn geben,
Es existierte auf der Welt,
Der Morgen kommt, die Sonne scheint,
Nur sie allein reicht tief hinab, |
Kemenate
© Christiane Mielck
Träume verstauben
in strukturierten Realitätsregalen neben in Buchseiten gepreßten Illusionsblüten in einer tristen Kemenate der Gedankenvergangenheit,
die zu öffnen
der Verstand verbietet
und die Seele sehnt.
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Andersrum
© Helga Kurowski
Im Land mit Namen Andersrum
sind die Gescheiten völlig dumm.
Schon früh am Morgen ist es spät,
wenn Mist auf seinem Gockel kräht.
Was bei uns weit ist, ist dort nah,
was nicht vorhanden, einfach da.
Die Unifarben schimmern scheckig,
selbst Rundes zeigt sich spitz und eckig.
Bei Regen lacht die liebe Sonne,
ganz federleicht wiegt eine Tonne.
Die Nacht ist wie der Tag so blass
und Trockenheit tropft triefend nass.
Im großen Lande Andersrum,
malt man gerade Linien krumm.
Das Falsche ist dort stets goldrichtig,
sogar der Faulste glänzt als tüchtig.
Und ist ein Mensch wie Stroh so dumm,
zieht er in dieses Land gern um,
dort gilt er als perfekt und klug,
denn Lüge ist da kein Betrug.
Nur freuen darf er sich dort nicht,
sonst kommt das Leid im Schwergewicht,
dies sei zur Vorsicht gleich gelehrt,
denn dort ist alles umgekehrt!
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Die alte Bank im Park
von Helga Bauer
Die Bank im Park steht lang schon hier
und sie erzählt, sitzt du auf ihr,
mit stark verwittert Planken
von Kraft der Menschen, ihrem Schwanken.
Ich bin bei ihr seit Tagen.
Die Finger streichen übers Holz
dem Freud einst nah, auch Weh und Stolz
und die Lasur der Farbe,
sie hat so manche tiefe Narbe.
Ich hab so viele Fragen.
Der Wind, in Sanftmut warm mich streift,
ist stark im Duft, in Dolden reift
er, lilaschwer im Flieder.
Holunderschnee, er fällt hernieder.
Ich seh’s und kann nichts sagen.
Ein Hauch, er weht in dem Moment,
als weißes Sehnen in mir brennt,
den Schnee mir sommerweit
in meines Lebens Winterzeit.
Ich lass mich heimwärts tragen …
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Regen prasselt an die Fensterscheibe, Elfengold
Jürgen Feger
Ganz tief im Walde, in den Sümpfen,
wo’s weder Pfad noch Wege hat,
gab es mal eine kleine Insel
und auf der Insel eine Stadt.
Es hieß, dort lebten einst die Elfen
in roter, grüner, blauer Pracht,
die tags auf den Gewässern tollten
und prunkvoll glänzten in der Nacht.
Es hieß zudem, laut dieser Sage,
dass jene bunte Elfenschar
froh tanzte, wenn das Gold der Sümpfe
emporstieg, und es Sommer war.
Seither glaubt man, an Fluss und Auen,
wo immer auch Libellen sind,
Teichrosen blühen, weht noch immer
darüber leis’ der Mythe Wind.
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Resignation
Ich wollte immer nur
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Regen
©Andrea Frühauf
Wolken dräuen, finden sich im Reigen,
Tief verschleiert steht der junge Wald.
Neues Blattwerk hängt in staub‘gem Schweigen,
Stille liegt der Teich. Es regnet bald.
Wind kommt auf, er zaust den alten Reiher,
Der sich vor dem Welse schlafend stellt,
Zaghaft kräuselt sich der kleine Weiher,
Und ein würzig frischer Vorhang fällt.
Vögel plaudern leise übers Wetter,
Oben, in der Tanne, dicht an dicht.
Warmer Regen netzt die jungen Blätter,
Wäscht der Wiese duftendes Gesicht.
Noch im Gehen streut er auf die Erlen
ein paar Handvoll spiegelblanke Perlen.
Mein Lied Ursula Gressmann Ich singe mein Lied für dich allein vom Wind der über die Gräser streicht und vom Duft der am Morgen voll erblühten Rose vom Wasser des Sees das sich an der Oberfläche kräuselt von den Vogelschwingen die die Luft bewegen und von den Steinen die auf meiner Seele liegen |
Manchmal © Mona Mulke Manchmal fühle ich mich, als würde ich die Wüste durchqueren, barfuß, ohne Kompass, spüre jeden Stein der sich in meine Füße brennt. Manchmal suche ich einen Weg im Schnee, eiskalt ist mir, im unendlichen Weis. Manchmal tanze ich im Nebel meiner Gefühle, renne ins Nichts. Manchmal tauche ich hinab, in die Tiefe meiner Seele In der Hoffnung ich finde mich , kann mich zärtlich in den Arm nehmen und die Angst besiegen. |
Selbsterkenntnis ist...
von Paul Rudolf Uhl
Ab heute lebe ich gesund:
Ein Fitnessrad fürs Schlafgemach!
Hab täglich vor zu strampeln und
die Pfunde schwinden, nach und nach!
Ich zieh Bilanz vier Wochen drauf:
Am Körper häuft sich Pfund um Pfund...
Ich reg darob mich gar nicht auf,
was mach´ ich falsch – was ist der Grund?
Fast täglich hindert mich was dran:
der inn´re Schweinehund ist schuld,
der sagt, warum ich grad ´nicht kann,
entschuldigt alles, voller Huld:
Besuch bekommen – keine Zeit...
Ein schlimmes Kopfweh bremset mich...
Und heut´ ist Stammtisch, tut mir leid...
das Fernsehen ist hinderlich...
Zu guter Letzt hab ich erkannt:
Allein mit Kauf ist´s nicht getan...
Erkenntnis hilft – ich bin gespannt:
Was ist an diesem Sprichwort dran?...
Promipärchen II Stefan Pölt "Die Schriftrollen warn in der Tiefe der Archäologen-Archive. Und wenn ich so schaue: Die hatten 'ne Klaue!" schimpft Hiero zur Ehefrau Glyphe. * * * "Ach wäre ich glücklich und froh Du würdest im Warmen nicht so verdammt an mir kleben dann wäre mein Leben viel leichter", sprach Hari zu Bo. * * * "Wenn ich bloß die Schulden nicht hätte durch diese bescheuerte Wette! Jetzt hängt unser Laden am seidenen Faden." Sprach Mario zu seiner Nette. * * * Die Expedition war ein Fehler. der Pfad wurde schmäler und schmäler. "Dein El Salvador kommt Spanisch mir vor." Sprach leise die Vene zu Ela. * * * "Du schielst mir zu oft nach Dolores. Drum lehr ich dich erst einmal Mores." "Das ist doch nur Tratsch und völliger Quatsch!" Beruhigt seine Koko der Lores. |
Nichts nimmst du wahr, Winterspaziergang
Gedämpft sind meine Schritte,
sanft rieselnd fällt der Schnee.
Wie eine stumme Bitte
liegt eiserstarrt der See.
Durch einen Vorhang schreite
ich einsam in der Stille,
empfinde diese Weite
beglückt als Teil der Fülle
Des Lebens, das im Träumen
nun sammelt neue Kraft
und bald in Frühlings Räumen
erneuernd sich erschafft.
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Herbstkanon
von Björn Lindt
Der Raureif perlt an welken Gräsern.
Myriaden Tropfen glitzern kalt.
Mit Fingern streicht der Morgen gläsern
die Töne aus der Endlichkeit.
Der Wind will dürres Herbstlaub erden.
Ein erstes Blatt verliert den Halt.
Ein Lied ist im Begriff zu werden,
erfindet sich zu Klängen hin.
Aus schweren Wolken fällt die Nässe.
Der Nebel weilt als Trauergast.
Es hallt ein Kanon dumpfer Bässe,
zu dem mein Herz die Takte leiht.
Es hat sich manches Blatt gewendet.
Das letzte pflückt der Sturm vom Ast.
Ich weiss, dass alles Liedsein endet,
selbst ich der Zeit geliehen bin.
Die Paartherapie Rudi Müller Im Freundeskreis - so sagt’s ein jeder - sind sie das ideale Paar. Kein Streit, kein Krach und kein Gezeter, sie harmonieren wunderbar. Man teilt sich Rechte wie auch Pflichten, vom Küchendienst bis hin ins Bett. Doch ohne Planung gäb’s mitnichten ein derart glänzendes Duett. Trotzdem sind sie nicht ganz zufrieden: Vielleicht könnt’s noch perfekter sein? So haben sie sich jüngst entschieden: Sie geh’n zum Therapeut zu zwei’n. Es schadet ja nicht, vorzubeugen! Wie oft hat man bereits gehört, dass Nichtigkeiten Wirkung zeigen, wenn man sie nicht beizeiten klärt. Der Therapeut hieß sie willkommen und quetschte gleich die beiden aus. Sie haben’s dankbar angenommen und öffneten sich freiheraus. Der Doktor spitzte seine Ohren, misstraute aber alledem. Denn trotz beharrlich-sturem Bohren fand er kein einziges Problem! Ja, kann’s denn sein, dass die nie streiten? Dies wär’ für ihn nicht förderlich. Er forschte nach Befindlichkeiten, und siehe da: Es lohnte sich! So trübt Geschnarche beispielsweise der Dame ihren Schönheitsschlaf. Und sie? Schon seit der Hochzeitsreise dünkt sie dem Herrn im Bett zu brav. „Und Du“, fing sie gleich an zu fauchen, „verkehrst meist nur als Missionar! Die Frauen wünschen sich und brauchen ein etwas breitres Repertoire.“ „Wie soll ich’s denn auch anders machen, wenn Du mal wieder müde bist?“ Als Antwort schallte lautes Lachen: „Dies zeigt, wie rücksichtslos er ist! Vorm Frühstück halb im Schlaf genommen, hab ich’s zwar meist noch akzeptiert. Jedoch, zu spät zum Dienst gekommen, war ich hernach zu Recht frustriert.“ „Da warst Du längst schon überfällig nach unserem Drei-Monats-Plan! Ich spürte ja schon unterschwellig, Dich törnt so gut wie nichts mehr an.“ „Für etwas mehr Gefühlsanwandlung gebricht’s an Deinem Pflichtumfang: Kein Vorspiel! Keine Nachbehandlung! So darbe ich schon jahrelang.“ ~ ~ ~ Die Sitzung endet im Desaster. Dem Seelenschmied ist dies egal, er kriegt ja schließlich seinen Zaster! Und was ist heute schon normal? |
Ein neuer Tag Wachgeküßt
Eis ER ,Einmal noch in letzter Blüte’,
träumt die Rose, ‚will ich stehn.
Sonne mich vor Frost behüte …
klaglos später untergehn.
Einmal noch der einen Biene
Nektar, Lebensfreude sein.
Noch ein letztes Mal ich diene
ihrer Wollust ganz allein.
Wenn sie dann mit meinen Pollen
stäubt ein junges Pflänzchen zart,
ist erfüllt mein letztes Wollen:
hab erhalten meine Art.’
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Wahre Freunde sind ein Segen, |
Der alte Mensch
Christine Hammes
Wer (er)trägt ihn wenn er eimal schwach geworden
Und letzte Kraft sich in Erinnerung verzieht
Wer schützt ihn vor der lauten wilden Horde
Die ihn bloß als ein Stein im Wege sieht
Wer sieht zurück wenn er mit bangen Schritten
Dem Leben nochmal stolz entschlossen zugetan
Wer hört auf sein verschwindend leises Bitten
Und reicht bestärkend eine feste Hand
Bedeutungslos so fühlt sich heutzutage
Manch alter Mensch wie auf dem Abstellgleis
Ahnt nicht ein Jeder, stellt sich selbst die Frage
Wie es wohl ihm ergehen wird als Greis?
Hand voll Seele II
© V F, 2011
Licht und Schatten
die Akzente
schenken Erde feinsten Glanz
zaubern Bilder in Gedanken
laden ein zu einem Tanz
Strahlen weben Phantasien
schlängeln sich
durch Wald und Flur
Wundersames wird entdecken
wer ihr folgt
der flimmernd´ Spur
Licht und Schatten
Zauberkünstler
Waldgesicht
lebend´ge Ruh´
laß die Bilder in mir wirken
schau´ dem stillen Schauspiel zu
sehe Elfen
wie sie gaukeln
in der bunten Laubespracht
wie sie wippen auf den Pilzen
Märchenwelt für mich erwacht
|
© Brigitte Haase
Vor langer Zeit im Paradies,
waren alle Früchte süß.
So sprach die Kirsche hoch am Baum,
" mein Aroma ist ein Traum."
Die Himbeere so klein und fein,
wollte noch viel süßer sein.
Da sprach die Mango " hör mir zu,
ich bin viel süßer noch als du."
Da mußte die Zitrone lachen,
" was sagt ihr nur für dumme Sachen?
Die süßeste im ganzen Land,
die bin ich, das ist bekannt."
Die Mango die war ganz empört,
sie sprach:"Ich hab mich wohl verhört?
Wer soll dich mögen, dummer Tropf,
mit deiner Beule auf dem Kopf.
Du trägst auch noch ein gelbes Kleid,
du weißt doch, gelb ist nur der Neid.
Betrachte dich doch mal genauer!"
Da wurde die Zitrone sauer.
|
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lauschen
©Traudel Zölffel
es sitzt ein
schöner
schmetterling
im rasen
so verzückt
die flügel zu
die fühler hoch
das ganze wirkt
entrückt
was er da hört
ich ahn es wohl
grasharfe wird
gespielt
von wem
das weiß
der sommer nur
ich hab den
wind gefühlt
|
© Petra Friedel
Der Tag war schön. Von kleinen Booten,
die schwerelos ins Blaue glitten,
am Horizont mit Möwen stritten
um neue Ufer auszuloten,
dringt nicht ein Laut mehr. Ist das Werden
längst in der Dämmerung verklungen.
Was tags im Sonnenlicht gerungen,
will nun besänftigen, sich erden.
Und nichts was war, was ist, was wird,
was streitet, liebt, was kämpft, was irrt,
zieht wellenschlagend noch die Runde.
Im letzten Licht, dem samtenweichen,
lass nun auch uns die Segel streichen
und lauschen: jener blauen Stunde…
|
Die Sonne ist leider schon untergegangen,
doch schenkt sie uns noch einen Teil ihres Lichts.
Der Mond schickt sich an, uns dies Licht einzufangen,
als hauchdünne Sichel entwächst er dem Nichts.
So zart er auch wirkt, er beginnt bald zu gleißen
und spiegelt sich geisterhaft glitzernd im Meer.
Ein magischer Anblick. Er geht mit dem leisen
und mystischen Raunen des Meeres einher.
Wie sanft nun die Wellen am Ufer zerfließen,
mit Einbruch der Nacht war der Wind abgeflaut.
Der Meltemi schickt nur noch samtweiche Brisen,
sie streicheln die Wellen und streicheln die Haut.
Der Zauber der Nacht nimmt uns schleichend gefangen,
erregt alle Sinne und nährt Phantasien,
erweckt in uns irrationales Verlangen
und lässt uns ins Reich unsrer Träume entflieh’n.
|
Ich spür’ den Boden, rieche ihn,
|
Mei Zeidmaschin
(aus de Häglwerther Säsoneddl)
von Serge D.
De Wäid werd se oiwei nomoi darenna:
"Du muaßt am Boi bleim! Schick di, sonst kimmst z'schbäd!
Wer ned des Neiste hod und woaß, is bläd!" -
Mei - soins mi hoid na oan vo gestern nenna;
i laß mi gern vom Boi und Neistn drenna.
I hob sogor sogwasi a Geräd,
a Zeidmaschin, daß d' Zeid fast ned vergähd!
Zeid lassen, sog i, muaß se oaner kenna!
Naa, de Maschin is ned der neiste Schrei -
de gibt’s scho lang und kost nix: Eindritt frei!
Weil - wennsd ders aa vialeicht ned vorschdäin konnst:
des is der Häglwerther Sä, wos sonst!?
Oa Hischaun glangd, oa Denga bloß, wia schee
und schdaad er vor dir liegd - und d' Zeid bleibd schdeh.
Junges Leben
oder
Vater eines Sohnes
© Faro V.
Vor mir steht ein junger Mann.
Aus den Augen schaut das Kind,
fragt mich stumm:„ Wann endlich – wann
weiß ich wie die Dinge sind?“
Vor ihm steht ein alter Mann.
Aus den Augen strahlt noch Kraft,
sagt ihm stumm:„Du merkst es dann –
irgendwann hast du ’s geschafft!“
Meine Zweifel zeig’ ich nicht,
nicht die Angst, die an mir nagt.
Optimismus – Wunsch als Pflicht –
hofft darauf, dass er ES wagt.
Sommerimpression
Christiane Mielck
Die Lerche
über Ährenwogen
trällert Jugendsommerträume
in den warmen Duft
der Erinnerung.
Feldstaubiges Treten
zwischen Kamille und Kraut
begleitet
ein Schmetterlingsschlag.
Flimmernde Gestalten
entsteigen dem Acker
in die schwüle Luft,
verschwimmen in einem
traumhaften Tanz.
hier und jetzt ...
Liebe Freunde, liebe Leute, -
GLÜCK ist so ein Tag wie heute!
GLÜCK ist, wenn die Sonne strahlt
und der Lenz mit Wärme prahlt.
GLÜCK ist an die zwanzig Grad
und kein Gegenwind am Rad,
wenn ich durch die Gegend sause,
mich in meinem Lachen brause.
GLÜCK ist auch, wird mir wie jetzt
etwas Süßes vorgesetzt
und dazu ein Gläschen Wein.
GAR nichts könnte schöner sein,
als zu denken "Mir geht's gut!",
da MEIN GLÜCK sein Bestes tut.
GLÜCK ist, spür' ich in der Luft
diesen so besond'ren Duft
nach dem Frühling wie grad' eben.
GLÜCK, das heißt: Ich lieb' das Leben!
GLÜCK ist HEUTE, JETZT und HIER.
"GLÜCK, ich bitt' Dich, - bleib' bei mir!"
|
Wer fing die meisten Wolken
im Schaukeln
wenn die Haare flogen
aus dem Engelsozean
auf des Königs Wiesen
rauf und runter
immer höher
bis wir schrieen:
„Spring“!
zwei Ranzen
wie verheiratet
in der Sandkiste
der Himmel blau
und blau
und blau
wie nass
aus dem Tuschkasten
gepinselt
weiße Söckchen
in flinken
fliegenden
Sandalen
über und zwischen und unter
dem Gummitwist
wenn unsere Beine wirbelten
tanzten unsere Zöpfe
Cha Cha Cha
dann
wenn die lichtspuckende Sonne
funkelte
auf die Himbeerdrops
zwischen
unseren Wackelzähnen
und wir schwatzten
und schwatzten
und schwatzten
sommerendloses
Trödeln
auf dem Heimweg
und Schnecken sammeln
zwischen den Gräsern
wie wilde Beeren
den frechen Jungen
hinter dem Zaun
die Zunge ausgestreckt
mit niemandem konnte ich
so geheimnisvoll flüstern
wie mit dir
Sauerampfer
in klebrigen Händen
sahen wir
die dunklen Wolken nicht
die Blitze und Donner
wie Konfetti warfen?
unsere Antwort war Kreischen
und Rennen
und Lachen
Hand in Hand
segelten wir
über die Wiese
über die Straßen
zwischen die Blöcke hindurch
nach Hause
Sommerregen
steckte uns in schauertrinkende
Sandalen
am Ende von storchdünnen
Mädchenbeinen
schnatternde Himbeermünder
und Blumenkränze
im Haar.
aus rotem Klee.
Mädchensommer
Kribbeln in meinen Füßen
denn da spüre ich sie immer noch
direkt unter der Fußsohle
das weiche Gras
voller Sonne
und das Hüpfen
in den Sandalen
hinein
Beine gegrätscht
und zurück
nach außen gesprungen
das Gummi drehend umschlungen
und raus.
|
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Das Bild der Jahreszeiten
© Helga Kurowski
Ein leeres Blatt, vom Winter weiß,
bemalt Herr Frühling warm, voll Fleiß,
mit Farben aus dem Stift - Etui
und meint: „So hübsch war's Bild noch nie.
Sehr schön ist es und es gefällt
bestimmt der ganzen weiten Welt!“
Drauf kommt Herr Sommer und er denkt:
Jetzt wird von mir der Stift gelenkt!
Das Ding reißt keinen heiß vom Hocker,
hier fehlt noch Farbe und zwar Ocker!
Quatsch wars, was Frühling da erzählte,
durch mich allein wird’s ein Gemälde!
Schon pfeift Herr Herbst sehr kühl herbei,
und spitzt dabei für's Grau den Blei,
kreist vorher drauf noch bunte Tupfen,
sonst wär das Bild zum Haare rupfen,
lobt sich als Künstler hoch in Höhen
und brüstet sich mit starken Böen!
Für gräulich Buntes nie bereit,
kommt rasch Herr Winter angeschneit
und ruft entsetzt: Ach, welch ein Übel,
mein Blatt fiel in den Farben - Kübel!"
Er schimpft die Drei laut wilde Schmierer
und nutzt mit Kälte den Radierer!
***
Ein leeres Blatt, vom Winter weiß,
bemalt Herr Frühling warm, voll Fleiß,
mit Farben aus dem Stift - Etui........
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Die Möwe
Aufgewühlt
gepeitscht im Sturm
berührt das Meer
mein Gesicht.
Zitternd
stehe ich am Ufer.
Atme ich frierend
den Tau der See.
Am Ende
des endlosen Horizontes
schwebt hoffnungsvoll
eine einzelne Möwe.
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Wenn Reiher
fliegen lernen Jürgen Feger
Die Reihermama sprach: „Mein Kind!
Es wird nun Zeit, dass du geschwind
das Fliegen lernst, denn alt genug
bist du für deinen ersten Flug!“
Schon brachte sie es auf den Baum
und warf das Kind hinab, doch kaum
war’s in der Luft, flog’s hin und her,
flog’s auf und ab und kreuz und quer,
flog’s wirbelnd, zwirbelnd und wie dumm
ein Dutzend Mal im Kreis herum.
Zum Glück es gingen im Verlauf
des Fluges beide Flügel auf,
sodass, zwar etwas kreidebleich,
es landen konnte, zart und weich,
direkt ins Mamas sichren Schoß...,
...dann reiherte der Kleine los.
Tagewerk Andrea Frühauf Morgens kommt die Katze heim, sitzt vorm Fenster so allein. Komm doch rein! Dabei ist sie rau und nass, hat im Mäulchen irgendwas! Was ist das? Und schon springt sie in das Haus, lässt die Beute drinnen aus! Eine Maus! Diese, weil sie clever ist, rennt um meine Kohlenkist‘. So ein Mist! Wie ein Derwisch springe ich auf den neuen Küchentisch! Malerisch! Händeringend sitz ich hier: Fang sie doch, du Katzentier! Rette mir! Zeige dich, du Mäusezwerg, störst mein ganzes Tagewerk! Blöder Zwerg! Katze greint und tatzt verroht nach der Maus. Die stellt sich tot. Welche Not! Stunden später, gleicher Ort, gähnt die Katze und geht fort. Ehrenwort! Kurtchen kommt dann irgendwann, nimmt sich der Misere an. Wie ein Mann! Bald ist jede Ecke frei; doch die Maus ist nicht dabei! Schweinerei!! Ich bin steif vom Lotussitz, Kurti stellt die Falle itzt. Sehr verschmitzt! … Ewig lang währt dann die Nacht; hab sie wachend zugebracht. Und mein Kurti? Lacht! |
Blütezeit
Der Sommer sitzt auf grünem Strauch
der roten Heckenrosen,
die sich im lauen Abendwind,
so zärtlich noch liebkosen.
Aus Blüten dringt ihr herrlich´ Duft,
verzaubert selbst die Bienen,
die gestern noch am Himbeerbusch
ganz glücklich uns erschienen.
So birgt der Juli wie ein Traum,
gar wunderbare Lüste.
Ein Freudenquell, gar immerfort.
Er, der die Rosen küsste.
Manchmal Strandspaziergang Ursula Gressmann Tiefschwarz ist die Nacht, Sterne verblassen wie erlöschende Kerzen. Der Schrei einer verirrten Möwe verweht, irgendwohin, nirgendwohin. Ich wandere einsam dem Wind entgegen, bis weiß die Schaumkronen der Wellen in der Dämmerung leuchten, und ich lausche den Geschichten, die der Wind aus weiter Ferne mit sich trägt. |
![]() Bild © Manuela Ina Kirchberger Evolution Stete Verwandlung ist das Leben.
Der junge Mensch wird alt
und geht dahin.
Was wir als tot bezeichnen,
hat sich nur gewandelt
und wenn wir trauern,
tun wir es um uns,
weil Liebgewordenes
nicht mehr gegenwärtig.
Lebt der gefällte Baum
nicht weiter in dem Stuhl,
der - lauschst Du ihm -
Dir Waldgesänge raunt?
Lebt das, was der Mensch tat,
nicht weiter in dem Andern?
Und wächst aus seinem Staub
nicht eine neue Blume?
Solang ein Jahr sich neigt
und ruht, um dann erneut
in voller Blüte wieder aufzustehn,
wird nichts von dem, was lebt,
auf Ewigkeit vergehn.
|
Von Zeiten zwischen den Zeiten © Manuela Ina Kirchberger Manchmal ist dieses leise Gefühl, das erzählt von Zeiten zwischen den Zeiten. Uhren halten ihre Zeiger fest oder verlaufen sich im Augenblick. Ein Meer von Ahnung und Ahnungslosigkeit. ... Und auf goldenen Wiesen perlen einfach Träume aus sich heraus, um das andere Gesicht der Sonne zu zeigen. Weiße Blütenblätter fallen wie Regenbogentropfen, benetzen diesen einen köstlichen Moment mit der Tiefe ihrer Tränen, um den perlenleisen Pfaden in die Unendlichkeit des Fühlens zu folgen. |
Eine Liebesgeschichte Christine Hammes Der Fluss An dem wir uns immer trafen Er erkannte unsere Liebe Und erzählte davon Den Fischen Den Steinen Den Gräsern Und den Bäumen Die es den Wolken zuriefen Wo die Vögel Ein Lied für uns sangen Nur wir - Wir wussten es nicht Heute erinnere ich mich Sanft und weich fallen Flocken, berühren mein Gesicht, wie verzaubert schaue ich empor. Leise, mit den glitzernden Sternen, fliegt meine Sehnsucht zu dir. |
Lerchen streifen Wolkenherden, |
Ich habe einen Traum
von Heinz Gropp
Ich habe einen Traum
dass in unserem Land
Tiere wieder artgerecht gehalten werden
und sie niemand um des Profits willen
in enge Käfige sperrt und quält
dass wir Tiere juristisch als „Lebewesen“ anerkennen
und sie nicht mehr als „Sache“ behandeln
dass Tierquälerei nicht mehr als Sachbeschädigung
sondern als Körperverletzung bestraft wird
dass die Schmerzen dieser Tiere
unser Herz erweichen
und wir behutsam und fürsorglich
mit ihnen umgehen
und sie nicht mehr unnötig quälen
Menschenwürde ist im Grundgesetz festgeschrieben
aber auch unsere Tiere haben eine Würde
ich habe einen Traum
dass wir unseren Tieren
die Würde
die wir ihnen geraubt haben
wieder zurückgeben
dass wir Menschen eines Tages
wieder ehrfurchtsvoll mit der Schöpfung umgehen
und so ein Leben wie im Paradies wieder möglich sein wird
Unsere Schritte haben Zeit von Helga Bauer Friedvoll ruht der kleine See. Leise streift der Wind das Blau des Spiegels den der Himmel färbt Margeritenweiß wehen die Wiesen Und unsere Schritte haben Zeit ... |
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